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Woher weiß ich, ob ich genug trinke?

Hand aufs Herz, wie viel trinkst du am Tag?

 

Du hast eigentlich nie richtig Durst? 

 

Abends fällt dir plötzlich auf, dass du noch gar nichts getrunken hast.

 

Ich kann gar nicht sagen, wie oft ich mich schon mit dem Thema Trinken beschäftigt habe. 

 

Ich habe auch selten Durst. 

 

Aber trinken ist ja so gesund!

 

Also zwinge ich mich dazu.

 

Mit dem Ergebnis, dass mir das Wasser auf dem Magen liegt. 

 

Wenn ich dann den Satz höre: 

 

"Wenn du wartest, bis du Durst bekommst, dann ist es schon zu spät!",

 

sehe ich förmlich meine Nieren wie vertrocknete Pflaumen vor mir und bekomme ein schlechtes Gewissen.

 

Also soll ich trinken, obwohl mir davon schlecht wird?  Also gegen mein Bauchgefühl? 

 

Ich bin es systematisch angegangen und habe auf der Seite der Deutschen Gesellschaft für Ernährung nachgeschaut. 

 

Die müssen es ja wissen, oder? 

 

"Wie viel Wasser wird gebraucht? Erwachsene sollten jeden Tag rund 1,5 Liter Wasser trinken.

Regelmäßiges Trinken, am besten zu jeder Mahlzeit und auch zwischendurch, schützt den Körper vor Wassermangel. Wer nur wenig Durst verspürt, sollte besonders darauf achten, regelmäßig zu trinken. Weniger als 1,0 Liter Wasser pro Tag reicht  nicht aus, um den Körper ausreichend mit Flüssigkeit zu versorgen."

 

Ich frage mich: 

"Wie kann es sein, dass ein Mensch, der vielleicht 1,60 m groß ist und 50 kg wiegt, genauso viel trinken soll, wie ein 1,90 m Mensch mit 70 kg Körpergewicht?"

 

Solche feststehenden Aussagen findest du in der 5-Elemente-Ernährung nicht.

 

So wie die Nahrungsmittel individuell empfohlen werden, so gibt es auch keine allgemein gültige Empfehlung zum Thema Trinken. 

 

Aber Durst kann ein Marker sein. 

 

Dein Trinkverhalten ist tatsächlich ein wichtiger Indikator bei der Ernährungsberatung. 

 

Bist du auch so ein schlechter trinker wie ich?

 

Bist du vielleicht auch ziemlich blass um die Nase und leidest unter Verdauungsproblemen wie Durchfall oder Blähungen? Während andere schon im T-Shirt rumlaufen, trägst du noch deinen Wollpullover? Das deutet auf ein Kälte-Muster hin.

 

Ändere nicht dein Trinkverhalten, sondern dein Essverhalten. 

 

10 wohlig wärmende Durstlöscher bei Kälte-Mustern

  1. Karotten
  2. Pastinaken
  3. Petersilienwurzeln
  4. Kohl 
  5. Kürbis
  6. Süßkartoffeln
  7. Aprikosen
  8. Pfirsich
  9. Rosenkohl
  10. Fenchel 

Etwas länger gekocht als kräftige Suppe oder Eintopf löschen sie den Durst und wärmen gleichzeitig. 

 

Das Obst genießt du am besten als warmen Kompott mit einer Prise Zimt. 

 

 

Du ahnst es schon, oder? 

Natürlich gibt es auch "no goes" bei Kälte-Mustern. 

 

Kuhmilch, Rohkost, Joghurt, Orangensaft und Zucker wirken durch ihre Kälte in die falsche Richtung. 

Die solltest du besser eine Weile vom Speiseplan streichen. 

 

Oder schaust du gerne tief ins Glas? Hast du ständig Durst?

 

Hast du das Bedürfnis, große Mengen kaltes Wasser zu trinken? Das kann ein Hinweis darauf sein, dass du ein Fülle-Hitze-Muster hast. Dann hast du vielleicht auch Symptome wie ein rotes Gesicht, Durst, Sodbrennen, Hitzegefühle, trockenen Stuhl und innere Unruhe.

 

Oder trinkst du kaltes Wasser lieber in kleinen Schlucken und hast sogar nachts eine Wasserflasche neben dem Bett stehen? Dann deutet das auf ein Leere-Hitze-Muster hin. Symptome wie Nachtschweiß, Hitzewallungen und Mundtrockenheit deuten ebenfalls darauf hin. 

10 erfrischende Durstlöscher bei Fülle-/ Leere-Hitze-Mustern

  1. Spargel
  2. Champignons
  3. Zucchini
  4. Spinat
  5. Auberginen
  6. Paprika 
  7. Gurken
  8. Tomaten
  9. Birnen 
  10. Melonen

Kurz gekocht oder blanchiert oder gedünstet löschen sie den Durst auf bekömmliche Weise. 

 

 

Wenig hilfreich sind  scharfe Gewürze, zu viel Fleisch, Alkohol und Kaffee, denn die bringen dich eher zusätzlich ins Schwitzen. 

 

Die nächsten beiden Durstlöscher:

 

Getreide und Hülsenfrüchte.

 

Diese nehmen beim Kochvorgang viel Wasser auf. 

Wasser, dass deinem Körper zu Gute kommt. 

Und das hat noch einen entscheidenden weiteren Vorteil.

 

Denn auch wenn es laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung heißt, dass zu viel getrunkenes Wasser einfach ausgeschieden werden kann und somit keinen Schaden anrichtet, weist Udo Pollmer in seinem Artikel bei "Tichyseinblick" auf folgendes hin: 

 

"Doch der Körper ist kein Bassin, bei dem man einfach den Stöpsel zieht. Zur Ausscheidung des Wassers benötigt die Niere Natrium, sprich Kochsalz. Der Mensch kann also nur so viel pieseln, wie er vorher an Salz gespeist hat. Fehlt Natrium, bleibt das Wasser notgedrungen im Körper."

 

Du kannst also tatsächlich zu viel trinken und wenn es dann die Niere nicht ausscheiden kann, hast du ein Problem. 

Natürlich reden wir hier nicht über die 1,5 empfohlenen Liter, aber ich finde es wichtig zu wissen, dass selbst ein zu viel von etwas grundlegendem wie Wasser schädlich sein kann. 

 

Das über die Nahrung aufgenommene Wasser hat also den entscheidenden Vorteil, dass es durch die Würzung der Speisen auch gleich das nötige Salz mitliefert.

 

Kannst du das Trinken jetzt einstellen? 

 

Nein, Spaß, natürlich nicht. 

 

Wasser brauchst du trotzdem.

 

Am besten warmes Wasser. 

 

Zumindest auf Raumtemperatur. 

 

Die Wärme macht es verträglicher. 

 

Kräuter- und Früchtetees sind ebenfalls eine gute Wahl. 

 

Aber vergiss nicht, dass Kräuter auch oft eine medizinische und eine thermische Wirkung haben und deshalb mit Bedacht gewählt und getrunken werden sollten. 

 

Und was ist mit dem Bierchen am Abend? 

 

Oder dem Glas Wein vor dem Kamin?

 

Solange dir klar ist, dass du damit nicht deinen Flüssigkeitsbedarf deckst, kannst du gelegentlich dein Gläschen gerne genießen. 

 

Das lass ich mir auch nicht nehmen. 

 

Übrigens passt ein Glas Rotwein eher zum Kälte-Muster und das Bierchen zum Hitze-Muster.....;)

 

Na dann Prost! Auf die Gesundheit!

 

Da fällt mir noch etwas ein.

 

Kennst du das? Wenn du zum Essen große Mengen trinkst, dann liegt dir die Mahlzeit auf dem Magen.

 

Dr. Hiromi Shinya, ein Gastroenterologe aus den USA formuliert es in seinem Buch "Lang leben ohne Krankheit"* so: 

 

"Wenn Sie dagegen zu den Mahlzeiten Wasser trinken, werden die Verdauungsenzyme in ihrem Magen verdünnt, und das erschwert die Verdauung und die Resorption der Nahrung. Wenn Sie also Wasser zu einer Mahlzeit trinken, sollte es nicht mehr als ein Glas sein."

 

Es ist also definitiv nicht verkehrt auf sein Bauchgefühl zu hören.

 

Beruhigend, oder? 

 

Und ehrlich, der Satz "Wenn du Durst bekommst, dann ist es schon zu spät" klingt immer noch merkwürdig. Wie hat die Natur nur so lange überleben können, wenn sie sich nur auf den Durst verlassen hat? ;)

 

Udo Pollmer drückt es treffend aus: 

 

" Wenn die Blase drückt, ist es zum Pinkeln schon zu spät. Also geh besser vorher auf das WC." ;) 

 

                                                                                            Hast du heute schon einen über den Durst getrunken? 

                                                                                                                         Ist trinken für dich eher Kür oder Pflicht? 

                                                                                                                                            Schreibe mir einen Kommentar.

 

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Kommentare: 4
  • #1

    Martina (Samstag, 18 August 2018 19:01)

    Sehr passender und gut geschriebenener Artikel.
    Die Frage beschäftigt mich ständig und der Artikel beruhigt mich sehr �

  • #2

    Anja (Samstag, 18 August 2018 20:18)

    Liebe Martina, danke für deine Worte. Da freue ich mich sehr. :)

  • #3

    Sandra (Sonntag, 26 August 2018 16:12)

    Liebe Anja, dein Artikel ist mal wieder sehr gut und informativ geschrieben! Und ja, wie du weißt, achte ich darauf, viel zu trinken und habe ja auch immer eine kleine Flasche Wasser dabei. Liebe Grüße Sandra

  • #4

    Anja (Montag, 27 August 2018 12:38)

    Danke Sandra, ja, ich weiß, dich sieht man nie ohne Flasche....;)