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5 Gründe warum Nulldiäten keine Lösung sind.

 

Ich habe viele Jahre meines Lebens mit Untergewicht gekämpft!

 

Halt! Bleib  noch ein bisschen, ich weiß, du möchtest einen Artikel zum Thema Nulldiäten lesen, und dieser Anfang passt erstmal so gar nicht dazu. 

 

Das weiß ich. 

 

Und doch haben wir mehr gemeinsam, als du denkst. 

 

Ich  hatte also Untergewicht.

 

Die Menschen haben mich angeschaut und gedacht: Die sieht ja krank aus. Das ist doch nicht normal. 

 

Sie haben es tatsächlich nicht nur gedacht. 

 

Sie haben es auch ausgesprochen. 

 

Oftmals wohlwollend, aber die Aussage war stets die gleiche. 

 

Und die vielen Tipps und Ratschläge auch: 

 

"Iss doch einfach mal anständig!"

 

Als wenn das so einfach wäre. 

 

Ich habe nämlich nicht gehungert. 

 

Im Gegenteil, ich habe sehr viel gegessen. 

 

Meistens mehr als andere. 

 

Viel mehr.

 

Vor allen Dingen, wenn andere dabei waren. 

 

Ich musste ihnen ja etwas beweisen.

 

Das haben wir gemeinsam, oder?

 

Wenn du mit Übergewicht kämpfst, dann hast du ganz bestimmt auch schon viele gut gemeinte Ratschläge bekommen.

 

"Iss doch nur die Hälfte!"

 

"Lass halt einfach den Süßkram weg!"

 

Klingt ja auch alles sehr einfach. 

 

Aber warum klappt es dann nicht ?

 

"Bin ich zu blöd?"

 

Siehst du, die gleiche Frage trotz unterschiedlicher Ausgangssituationen.

 

Ich habe mir diese Frage immer wieder gestellt. 

 

Heute beantworte ich sie für dich: "Nein, das bist du nicht!"

 

5 Gründe warum Nulldiäten nicht funktionieren.

 

1. Du versuchst die Intelligenz deines Körpers zu überlisten! 

 

Der kennt nämlich eines nicht: 

 

Das Wort Fasten. 

 

Er kennt aber das Wort Hunger. 

 

Für ihn spielt es keine Rolle, ob du die richtige Bikini- oder Badehosenfigur hast. 

 

In dem Moment, wo du anfängst zu hungern, legt dein Körper den Schalter um. Er schaltet auf den Energiesparmodus. 

 

Für verschiedene Stoffwechselvorgänge braucht er jetzt deutlich weniger Energie als vorher. 

 

Deshalb verlierst du am Anfang einer Diät auch nur Wasser. Noch geht er nicht an die Reserven. 

 

Dabei lässt die Bildung des Hormons Leptin im Fettgewebe stark nach. 

 

Das ist für die Hemmung des Hungergefühls zuständig. 

 

Du siehst, worauf das hinausläuft. 

 

Richtig. Du bekommst Hunger! 

 

Aber warum ist das so? 

 

Dein System ist auf Mangel programmiert. 

 

Wir leben erst seit vielleicht 100 Jahren im Überfluss und das auch nicht in allen Teilen der Welt. 

 

Dein Körper lernt durch Diäten und vor allen Dingen Nulldiäten, dass er immer noch täglich in Notsituationen geraten könnte, und dass er deshalb vorbeugen muss. 

 

Er wird also nach jeder Diät noch ein Pölsterchen mehr für Notzeiten anlegen. 

 

Noch mehr aus der Nahrung herausholen, auch wenn du weniger isst. 

 

 

2. Du schwächst deine Milz und der Anzeiger der Waage geht weiter nach oben. 

 

Die Milz ist in der Traditionellen chinesischen Medizin für die Verdauung zuständig. 

 

Sie wandelt die Nahrung um und erhält dadurch Qi. Qi ist deine Lebensenergie. Dieses Qi schickt sie durch den Körper auf die Reise, damit alle Organe gut funktionieren. 

 

Wenn die Milz gut arbeitet und nicht blockiert, dann ist alles im Fluss. 

 

Dieser Fluss wird gestört, wenn die Milz an ihrer Arbeit gehindert wird. 

 

Sie ist anfällig für Feuchtigkeit. 

 

Feuchtigkeit macht die Milz schwer und arbeitsmüde. 

 

Deine Milz meldet sich krank. Auf der Krankmeldung steht "Milz-Qi-Schwäche".

 

Sie fängt an, die Nahrung nicht mehr umzuwandeln. Sie lagert sie ein. Sie wird zum Messie und schafft so Mülldeponien, die noch mehr Feuchtigkeit bilden. Die Deponien sind deine Fettpölsterchen. So entsteht Übergewicht. 

 

Aber dein Körper braucht nun mal sein Qi. 

 

Die arbeitsunfähige Milz wendet sich also mit ihrer Krankmeldung an die Nieren. Die sitzen auf den Vorräten. Sie haben gut vorgesorgt für genau solche Notzeiten. 

 

Erstmal ist die Qi-Versorgung also nicht gefährdet und die Milz bleibt weiter im Bett. 

 

Zu diesem Zeitpunkt entschließt du dich, es mit einer Nulldiät zu versuchen. 

 

Jetzt kommt nichts mehr rein, womit die geschwächte Milz überhaupt noch arbeiten könnte. Nicht mal auf Sparflamme. 

 

Sie geht wieder zu den Nieren. Die Vorräte schwinden im Eiltempo dahin. 

 

Nun bricht das System zusammen. 

 

Du wirst krank. 

 

Ab da heißt es dann, Übergewicht macht krank. Aber letztendlich ist es deine verschlackte Milz, die hierfür die Ursache ist. 

 

Die Lösung liegt also darin, die Milz in Kur zu schicken und ihr zu helfen, dass sie wieder frisch und gesund an die Arbeit gehen kann. 

 

Dann räumt sie auch auf und lässt die kleinen Mülldeponien wieder verschwinden. 

 

Verrückt, oder?

 

Auf der Krankmeldung meiner Milz stand auch "Milz-Qi-Schwäche". Unter- und Übergewicht haben in diesem Fall die gleiche Ursache gehabt. 

 

3. Du kämpfst gegen deine Konstitution.

 

Und das ist unter Umständen ein Kampf gegen Windmühlen. 

 

Bei der Grundeinstellung der Futterverwertung spielen deine Gene nämlich eine große Rolle.

 

So kommt es, dass der eine immer ein Hungerhaken bleibt und essen kann wie ein Scheunendrescher, während der andere nur vom zusehen zunimmt. 

 

In der Physiognomik unterscheidet man in dieser Hinsicht verschiedene Naturelle. 

 

Diese Annahme beruht auf der Theorie der Keimblätter. 

 

Als Keimblätter bezeichnet man in der Entwicklungsbiologie eine erste Differenzierung eines Embryos in verschiedene Zellschichten. Aus diesen entwickeln sich anschließend unterschiedliche Strukturen, Gewebe und Organe. 

 

Jedenfalls gibt es in der Physiognomik das Ernährungsnaturell, das Bewegungsnaturell und das Empfindungsnaturell. 

 

Ernährungsnaturelle sind von Natur aus runder und kräftiger, oft auch klein und untersetzt. 

 

Solche Menschen haben es deutlich schwerer dem allgemeinen Idealbild zu entsprechen. 

 

Deshalb möchte ich an dieser Stelle den Begriff Idealgewicht durch den Begriff Wohlfühlgewicht ersetzen. Das Wohlfühlgewicht ist dein individuelles Gewicht, das deine Anlagen berücksichtigt und bei dem du dich in deinem Körper rundum wohlfühlst. Und zwar jenseits des BMIs. 

 

Der birgt sowieso ein hohes Fehlerpotential. 

 

Denn unterschiedliches Gewicht wird wesentlich durch unterschiedliche Körperstrukturen bedingt. 

 

Fett und Muskulatur. 

 

Muskeln haben eine höhere Dichte als Fettpolster. 

 

Bei gleichem Volumen bringen Muskeln so mehr Kilos auf die Waage. 

 

Das bedeutet, dass zwei Personen mit gleichem Gewicht und gleichem BMW sehr unterschiedlich aussehen können. Der eine schlank, der andere übergewichtig. 

 

4. Du glaubst nicht an die Weisheit deines Körpers. 

 

Deine Polster haben einen tieferen Sinn. 

 

Für dich gilt es, genau diesen zu finden. 

 

Bist du sensibel und hast eine "dünne Haut"?

 

Magst du viele Dinge gar nicht so eng an dich herankommen lassen? 

 

Brauchst du ein Polster, dass dich vor der Außenwelt schützt? 

 

Oder isst du in Stresssituationen um deine Nerven zu beruhigen? 

 

Fehlt es dir an Wärme und Geborgenheit? Vielleicht suchst du diese in einem guten Essen.

 

Das macht dich für einen Moment sehr zufrieden. Wenn er vorbei ist, dann suchst du wieder diesen Moment. Im nächsten Essen. 

 

Ich bin davon überzeugt, dass es mit einer reinen Ernährungsumstellung schwierig ist, dauerhaft Gewicht zu verlieren. Na klar, das ist ein großer und wichtiger Bereich, keine Frage. Aber du musst deine Seele mit ins Boot holen. 

 

Begriffe wie Achtsamkeit, Selbstliebe und Selbstfürsorge sind leider irgendwie zu Trendwörtern geworden. Das ist einerseits gut, denn es steckt eine wichtige Botschaft in ihnen, aber andererseits ist ein Trend meist oberflächlich und kurzlebig. Deshalb möchte ich dich dazu ermutigen, auch dieses Thema für dich anzugehen. 

 

Um noch einmal auf das Abnehmen zurück zu kommen. 

 

Hast du richtige Fressattacken? 

 

Isst du in oder nach bestimmten Situationen besonders viel? 

 

Vielleicht hilft es dir, ein Ernährungstagebuch zu führen. 

 

Aber schreib nicht nur hinein, was du gegessen hast. 

 

Eine wichtige Rubrik ist die Frage nach den Umständen. 

 

Also in welchen Situationen hast du was gegessen? 

 

Wenn du wahllos Essen in dich hineingestopft hast, dann schau nach: Was ist vorher passiert? 

 

Was hat dich aus deiner Mitte gerissen? 

 

Ein Tagebuch kann dir helfen, mit ein bisschen Abstand alles noch einmal genauer zu betrachten. 

 

5. Du verlierst den Kontakt zu deinem Körper.

 

Wenn dein Körper dir sagt, dass er Hunger hat, dann ist das eine wichtige Botschaft. 

 

Ein gesunder Appetit und Hunger sind Zeichen von guter Gesundheit. Dein Körper meldet sich, wenn er Nachschub braucht. Deine Milz produziert auf diese Nachfrage neue Energie. Dieses Signal zu überhören bedeutet auf Dauer Energieverlust. Aber noch viel schlimmer, du verlierst die Fähigkeit, deinem Körper zuzuhören. 

 

Es ist aber wichtig, auf seinen Körper zu hören.

 

So oft tun wir das nicht. Das geht dir vielleicht auch so. 

 

Dein Körper sagt: "Ich bin müde!"

Und du arbeitest fleißig weiter. 

 

Dein Körper sagt: "Ich halte das nicht mehr aus!"

Und du beißt die Zähne zusammen und machst weiter. 

 

Dein Körper sagt: "Mir tut etwas weh!"

Und du nimmst eine Schmerztablette. 

 

Je öfters du nicht hinhörst, umso weiter entfernst du dich von ihm. 

 

Und damit von deiner Mitte. 

 

Doch genau in der Mitte findet das statt, was dich wieder in die Balance bringt.  

 

 

Aber was funktioniert denn nun? 

 

So individuell wie dein Gewicht, deine Erbanlagen und deine Persönlichkeit ist, so individuell ist auch die Antwort auf diese Frage. 

 

Das Ziel einer Ernährungsberatung ist es, dich in dieser Ganzheit zu erfassen und dir konkrete Aussagen mit auf den Weg zu geben. 

 

Was du aber in jedem Fall tun kannst!

 

Stärke deine geschwächte Milz.

 

12 Nahrungsmittel, die deine Milz arbeitsunfähig machen.

  1. Rohkost, besonders Tomaten und Gurken 
  2. Rohes Obst, besonders Südfrüchte wie z.B. Ananas, Bananen, Mandarinen
  3. Joghurt 
  4. Kefir 
  5. Buttermilch
  6. Milch
  7. Käse
  8. Quark
  9. Eis
  10. Weißer Zucker und zuckerhaltige Getränke
  11. Schweinefleisch 
  12. Fast Food 

Wenn sich der Zustand deiner Milz wieder verbessert hat, dann kannst du bestimmt wieder mal an einem heißen Tag ein Eis genießen, also Kopf hoch ;), so schlimm wird es nicht. 

 

5 Verhaltensweisen, die deiner Milz die Arbeit erschweren

  1. Essen vor dem Fernseher 
  2. Essen zwischen Tür und Angel 
  3. Herunterschlingen
  4. Opulentes Essen zu später Stunde 
  5. Essen ohne Pause 

3 Mitarbeiter, die wie eine gute Sekretärin deiner Milz viel Arbeit abnehmen

  1. Kochtopf 
  2. Herd 
  3. Backofen

Unterstütze deine Milz mit gekochten Mahlzeiten. Am liebsten 3x am Tag. 

 

Nimm abends kleine Mahlzeiten zu dir oder vorzugsweise Suppen. 

 

Lass dir beim Essen viel Zeit und kaue gründlich. 

 

Genieße dein Essen. 

 

Bewege dich regelmäßig. 

 

Das ist auch wieder so eine Sache. 

 

Warum eigentlich Bewegung? 

 

Auch hier ist der Körper noch im althergebrachten Modus. 

 

Denn dein Körper geht immer noch davon aus, dass du dir deine Nahrung erjagen oder erkämpfen musst. 

 

Nahrung gab es einfach nur mit einem gewissen Energieeinsatz und die Balance hieraus ist wiederum in deinen Genen festgelegt. 

 

 

Ich hoffe, ich konnte dir mit ein paar neuen Denkanstößen helfen.

 

Steckst du auch in einem Muster fest? 

 

Möchtest du mehr zum Thema Diäten lesen? Dann schau mal bei meiner Kollegin Steffi Eikel auf www.blogyourhealth.de vorbei.

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Michaela Arens (Donnerstag, 27 September 2018 21:57)

    Herzlichen Dank dafür. Erkenne mich in einigen Verhaltensweisen wieder... werde das wohl mal angehen...❤�

  • #2

    Anja (Freitag, 28 September 2018 08:20)

    Danke für deine Worte liebe Michaela. Ich wünsche dir alles Gute und viel Erfolg.