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Detox - Klingt neu, ist es aber nicht. In der TCM gehört Detox zum Alltag.

 

Detox oder Fasten. Hier drückt sich ein Bedürfnis aus, dass offensichtlich heute genauso aktuell ist wie früher. Von sanft bis radikal, alles ist möglich und, wie es scheint, erlaubt. Denn für jede Art des Detox gibt es begeisterte Vertreter. Lass mich einen Blick mit den Augen der TCM darauf werfen. 

 

 

Detox ist ein Wort mit dem ich mich recht schwer tue.

 

Als ehemaliger Reizdarmpatient habe ich um Wörter wie entschlacken, Heilfasten, reinigen immer einen sehr großen Bogen gemacht. 

 

Ich hatte schon genug Beschwerden, die ich gedanklich ungefähr mit den Symptomen vom Fasten gleichgestellt habe. 

 

Heute bin ich gesund, aber die Gänsehaut im Nacken, wenn ich diese Worte höre, ist noch geblieben. 

 

Ein Grund mal genau darauf zu schauen.

 

Was passiert eigentlich beim Fasten? 

 

Ziemlich extrem startet wohl das Heilfasten.

 

Das fängt ja in der Regel damit an, dass mit Abführmitteln der Darm entleert wird.

 

Und schon sträuben sich meine Nackenhaare wieder auf.

 

Aber ich verstehe, was der Gedanke dahinter ist.

 

Das ist wie ein Frühjahrsputz. Es heißt der Stoffwechsel wird entlastet und der Organismus kann entschlacken, damit der Körper sich erholen kann und wieder neue Kraft bekommt. Unnötige Reserven werden dabei abgebaut.

Diese Theorie geht also davon aus, dass hier nur die unnötigen Reserven, vielleicht die kleinen Fettpölsterchen angegangen werden.

 

Was ich sehr spannend finde ist, dass ich zumeist sehr schlanke Menschen sehe, die sich mit dem Thema Fasten beschäftigen. Das zeigt wieder einmal, dass Verschlackung auf vielen anderen Ebenen stattfindet, und zwar jenseits von Übergewicht. 

 

Meine Kollegin Steffi von www.Blogyourhealth.de entspricht da genau meinem Bild, dass ich gerade im Kopf habe.

Sie ist schlank, ein klarer Kopf, also definitiv kein Mensch, der zu meinem Bild verschlackt passt. Aber warum macht sie das dann? Irgendwie muss sie ja das Gefühl haben, verschlackt zu sein. 

 

Ich habe sie gefragt.

 

Hier kannst du dir unser Gespräch anhören. Es ist die Episode zum kleine Serienstart mit dem Thema "Detox". 

 

 

Folge 3 - Startschuss für eine Podcast-Serie                      zum Thema Detox und Fasten!  

Ich habe schon oft Berichte von Fastenkuren gehört und mich immer gefragt, warum die Menschen das auf sich nehmen. Es klingt nach großem körperlichem und seelischem Stress. In dieser Folge berichtet Steffi Eikel von ihren Erfahrungen und ich fühle meine Skepsis teilweise bestätigt. Auch die TCM steht dem kritisch gegenüber. Aber ich verstehe auch mehr die Hintergründe und freue mich darauf, in der nächsten Folge mit Sooni Kind in die Tiefen der TCM ab zu tauchen und nach Lösungen zu suchen. 

 


 

Aber wieder zurück zum Thema.

 

Das Bild mit dem die westliche Betrachtungsweise arbeitet ist also: 

Gefäß voll – Gefäß ausschütten = alles gut (?????????)

Spannend sind auch die Berichte der Menschen, die so eine Fastenkur hinter sich haben. Sie weinen, sie sind erschüttert, sie gehen durch ein Tief, nur um danach leicht zu werden und sich gut zu fühlen. Bestimmt nicht alle. Aber das sind die Berichte die im Gedächtnis hängen bleiben.

 

Ich sehe da Parallelen. Was passiert, wenn du krank bist? Also am tiefsten Punkt deiner Erkrankung. Nehmen wir mal ein kleines Beispiel, du hast dir einen Magen-Darm-Virus eingefangen.

 

Anfangs hälst du dich noch ganz gut, aber je erschöpfter du wirst, umso mehr bist du auch psychisch unten. Du fängst an wegen jeder Kleinigkeit oder überhaupt ohne Grund zu weinen.

 

Das lässt sich mit dem Fütterungszyklus gut erklären. Die Erde, die in unserem Beispiel ausgeknockt wurde, füttert das Metall Element nicht. Gerät ein Element ins Ungleichgewicht macht es sich bemerkbar. Wenn du ständig weinen musst, und gar nicht weißt, warum, du hast doch sonst nicht so nah am Wasser gebaut, dann zeigt sich dein Metall-Element.

 

Wenn du ängstlich wirst und denkst, oh weia, geht das jetzt wieder von vorne los, wenn dein Bauch wieder grummelt, schöne Grüße vom Wasser-Element. Vor allen Dingen, wenn diese Ängste bleiben, auch wenn du schon wieder gesund und im Alltag bist. 

 

 

Und wenn du anfängst zu grübeln, warum es so weit gekommen ist, was dir denn genau alles zu viel ist, was dein Körper jetzt loswerden möchte, und was du in deinem Leben ändern könntest, damit du demnächst (Abwehr-)stärker wirst, dann kommt dieser Gedanke aus deiner Erde.

 

Und dieses Grübeln verändert dann möglicherweise etwas.

 

Es stimmt also, Krankheit kann auch gut Impulse geben. Krankheit und Schwäche können animieren Dinge zu verändern, Unnützes weg zu werfen und den Fokus wieder auf Wichtiges zu legen. Diesen Fokus vergessen wir im Alltag ziemlich oft. Und auf die sanften Rufe unseres Körpers hören wir nicht. Das ist wohl ein Grund, warum er manchmal lauter werden muss. Ich kann mich gut daran erinnern, dass ich, wenn es mir so richtig schlecht ging, den größten Ansporn hatte zu erkennen, was falsch läuft und es zu ändern.

 

"Für mich ist Fasten die herbeigeführte körperliche Krise mit dem Wunsch wieder Zugang zu sich selbst zu finden."

 

Ich kann mir vorstellen, dass das mit dem Gefühl während des Fastens vergleichbar ist. Da kommen auch Themen hoch, die bis dahin tief vergraben waren oder schlichtweg überhört wurden im Alltag.

 

Fasten und Krankheit können Türöffner sein, um wieder ein Gefühl für seinen Körper und für sich und seine Bedürfnisse zu bekommen.

 

Aus Sicht der TCM ist es aber trotzdem eine körperliche Krise.

 

Wenn du es auf die harte Methode machst á la Heilfasten, dann wirst du mit einem Schwung alle Schlacken los. So die Theorie. Das geht aber an die Substanz. Der Wiederaufbau dieser Substanz ist nur bedingt möglich. Du musst im Anschluss also sehr konsequent leben.  Ich glaube schon, dass viele Fastenkuren auch ein solches Konzept beinhalten. Wie es aber im Alltag so ist, kann ich mir vorstellen, dass man die ersten Wochen nach einer Fastenzeit noch in deren Schwung lebt und achtsam isst. Aber so bleibt das nicht. Alte Gewohnheiten kehren zurück und es bauen sich neue Schlacken auf. Und das Spiel geht wieder von vorne los.

 

Die TCM geht die Dinge sanfter an und das Konzept basiert auf dauerhafter Veränderung.

 

Das dauert zwar etwas länger und ist kein Hauruck-Verfahren, aber dafür setzen sich die neuen Gewohnheiten auch und bleiben.

 

Langsam aber sicher wirst du so klarer, leichter und freier und findest den Zugang zu Körper und Seele

Folge 4 - Serie "Detox" 

 

Sooni Kind im Interview

 

Ich habe mit Sooni Kind darüber gesprochen. 

Sie bildet seit 25 Jahren Ernährungsberater aus und sie analysiert das Thema "Fasten" mit den Augen der TCM.

 

Hier kannst du reinhören...

 

1.    Unsere Vorräte sind unser Schatz und wir sollten sparsam mit ihnen umgehen.

 

Was ich hier so flapsig Substanz nenne, ist unsere Essenz. Immer dann, wenn die Erde ihre Arbeit einstellt oder minimiert, dann baut sie nicht genügend Energie und Blut auf. Da der Körper das aber nun einmal braucht, werden die Vorräte angezapft. Diese verwalten die Nieren. Die Vorräte sind deshalb kostbar, weil sie uns bei unserer Geburt mitgegeben wurden und sich im Laufe des Lebens langsam verbrauchen. Mit dem Schwinden dieser Vorräte schwindet auch unsere verbliebene Lebenszeit. Also macht es Sinn, sie wie einen Schatz zu behandeln und nur in Notzeiten auf sie zurückzugreifen.

 

2. Eine Ernährung mit der 5 Elemente Küche ist präventiv und verhindert Schlacken und   Feuchtigkeit

 

Der Vorteil der TCM ist, dass sie präventiv wirkt. Wenn du nach den Prinzipien der 5 Elemente Ernährung lebst, dann scheidest du immer auch aus und baust wenig Feuchtigkeit und TAN sprich Schlacken auf. Detox läuft dann immer sanft nebenbei und geht nicht an die Substanz.

 

3.    Aufbau und Ausscheidung laufen Parallel

 

Selbst wenn die 5 Elemente Ernährung nicht zu 100 % gelebt wird, und ich denke das ist auch nicht nötig, hat sie doch immer eine reinigende und eine aufbauende Wirkung.

Das was aus dem Gefäß fließt, wird oben wieder eingefüllt, mit entsprechender Qualität.

 

Gefäß leeren und gleichzeitig Nachfüllen = alles gut ;)

 

 

Übrigens sind diese 5 Nahrungsmittel gute Ausscheider

 

1.       Shitake

  löst alte Fettablagerungen aus der Leber und löst TAN (Schlacken).

  Vorsicht: er hat eine blutdrucksenkende Wirkung.

2.       Adzukibohnen

  Leiten Feuchtigkeit aus und yangisieren – erwärmen.

3.       Schwarze Sojabohnen

  Lösen Schleim in der Lungen und scheiden Ablagerungen von Fetten aus..

  Sie wirken erfrischend.

4.       Gekochtes Getreide

  ist ein harmonisches Lebensmittel. Es leitet Feuchtigkeit aus und nährt gleichzeitig.

5.       Chinakohl

  Gilt auch als Leberheilmittel.

 

Aber wie das mit allen Ausscheidern ist......geh' maßvoll und angemessen damit um ;). Zumal auch jeder Mensch anders reagiert. 

 

Kennst du schon den 5 Elemente Teller?

Wenn ich von 5 Elemente Ernährung spreche, dann spreche ich von eben diesem Teller.

Für mich ist er eine gute Richtlinie, zu schauen, was ich brauche, um mein Gleichgewicht zu halten.

 

…kurz zusammengefasst:

 

Deine Mahlzeiten sollten gekochtes Getreide, gekochtes Gemüse und so oft es geht pflanzliches Eiweiß enthalten, wenig Milchprodukte und wenig Fleisch.

 

….lieber ganz genau: Hier geht es zum 5 Elemente Teller...

 

"Also ich bleibe dabei, ich finde Fasten zu extrem und auch nicht nötig, wenn ich mich konsequenter nach den 5 Elementen ernähre!"

 

Ich möchte meine Essenz nicht sorglos einsetzen. Je länger ich sie bewahren kann, desto eher habe ich die Chance in Gesundheit alt zu werden.

Deshalb kommt es für mich persönlich nicht in Frage. Aber ich habe eine andere Idee.

 

Weißt du was Anzeichen für eine verschlackte Milz sind?

  • Du kannst dich nicht mehr konzentrieren.
  • Du fühlst dich schwer, geradezu wie ein nasser Sack.
  • Du bist ständig müde.
  • Du hängst richtig in den Seilen.

Dann kann ich verstehen, dass du das Bedürfnis hast, dich leichter zu fühlen. Dich zu entlasten.

Für mich ist eine Reiskur (Steffi hat darüber geschrieben) eine gute Alternative.

 

Grundlage hierfür ist ein Congee. Hier geht es zum Video.....

 

Ich kenne Congee noch aus meiner „Krankenzeit“. Congee ist sehr bekömmlich. Es besteht auch nur aus Wasser und Reis. Wenn Bauch und Darm total in Aufruhr sind, dann hilft es, wieder runter zu kommen und wirkt beruhigend. Durch seine lange Kochzeit beinhaltet es sehr viel Qi und gibt diese Energie an die Milz und damit an den gesamten Körper weiter.

 

Wenn du nicht krank bist, sondern nur einmal ein paar Tage leichter leben möchtest, dann kannst du es mit Gemüse, pflanzlichem Eiweiß und Gewürzen oder auch mit Obst und Nüssen aufpeppen.

 

Da sind Geschmack und Phantasie keine Grenzen gesetzt.

 

Das Gefäß wird sanft geleert und gleichzeitig wieder mit Energie versorgt.

 

Eine klassische Win–Win Situation.

 

Versuch es mal, wenn du das Gefühl hast, du trägst Ballast mit dir herum.

 

Und bitte berichte mir von deinen Erfahrungen.

 

Das interessiert mich brennend.  

 

Folge 5 - Serie "Detox"

Ob ich fasten würde? Nein, nie, oder doch? Sooni hat den Spieß herum gedreht und nun sitze ich im Interview. 

Am Ende dieser "Reise" ist das Thema Detox klarer, von allen Seiten durchleuchtet. Einfach rund ;)

 

Hast du auch schon Fasten-Erfahrungen?

Wie befreist du dich von Ballast?

Hast du nach einer Krankheit auch schon mal etwas verändert?

Ich freue mich auf deinen Kommentar.

 

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