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Warum auch kleine Gewohnheiten dein Allgemeinbefinden als Allergiker verbessern können

Frau vor Blumen im Hintergrund putzt sich die Nase als Allergiker 5 Elemente Ernährung Anja Orywol

Bildquelle:www.pixabay.de

 

Wir haben jetzt Mitte April und stecken mittendrin in der Heuschnupfen-Saison. Angefangen hat sie im Februar mit Erle und Hasel, jetzt gerade blühen Birke und Esche, und im Mai geht es weiter mit den Gräsern, um dann ab August Beifuß und Traubenkraut Platz zu machen. 

 

Pollenassoziierte Nahrungsmittelallergien - Kreuzreaktionen

 

Vielleicht hast du als Birkenpollenallergiker auch schon die Erfahrung gemacht, dass du nach dem Genuss eines frischen Apfels ein Kribbeln oder einen Juckreiz im Mund verspürst.

 

Das liegt daran, dass in beiden Allergenquellen gleiche oder ähnliche Strukturen vorhanden sind, weil diese zur gleichen botanischen Familie gehören.

 

Das nennt man dann eine Kreuzreaktion.

 

Manche Nahrungsmittel lösen auch Magen-Darm-Beschwerden, Hautreaktionen oder Kreislaufbeschwerden aus. Die wohl stärkste und gefährlichste Reaktion ist der allergische Schock.

 

Aus meiner Praxis weiß ich, dass es manchmal nahezu an Detektivarbeit grenzt, wenn es darum geht, heraus zu finden, welche Nahrungsmittel welche Beschwerden auslösen.

 

 

Wer reagiert mit wem?


Birke, Hasel, Erle

  • Kernobst, z.B. Äpfel und Birnen
  • Steinobst, z.B. Pfirsich, Aprikosen und Nektarinen
  • Mandeln
  • Kirschen
  • Pflaumen
  • Roher Sellerie
  • Soja
  • Zimt
  • Rote Tomate
  • Rote Möhre
  • Haselnuss
  • Walnuss 

Beifuß

  • Sellerie
  • Petersilie
  • Anis
  • Fenchel
  • Kümmel
  • Koriander
  • Liebstöckel
  • Dill
  • Möhren
  • Muskatnuss
  • Pfeffer
  • Paprika
  • Kurkuma
  • Ingwer
  • Kardamom

 

Beifuß

  • Kamille
  • Löwenzahn
  • Basilikum
  • Majoran
  • Thymian
  • Oregano
  • Tomate
  • Pfefferminze
  • Soja
  • Erdnuss

Während der Allergie-Saison macht es Sinn, die Nahrungsmittel wegzulassen, von denen du weißt, dass du sie nicht verträgst.

 

One apple a day keeps the doctor away? Und der Allergiker?

 

Wenn ein Lebensmittel auf der Liste steht, muss es aber trotzdem nicht gleich das „Aus“ bedeuten.

 

Nehmen wir einmal den Apfel. Manchmal ist es alleine schon hilfreich, auf alte Sorten zurückzugreifen, denn durch Züchten hat sich im Laufe der Zeit z.B. im Golden Delicious der Eiweiß- und Allergen-Gehalt stark konzentriert.

 

Und um beim Apfel zu bleiben. Seine Allergene sind nicht hitzebeständig.

 

Kochen kann also das allergische Potential von Nahrungsproteinen in Obst und Gemüse reduzieren. 

Grafik Apfel mit vier Pfeilen wie der Apfel bekömmlich wird, Apfel rot

Bildquelle: www.canva.de

Und hier ergänzen sich Ost und West.

 

Wenn du dich schon etwas länger mit der TCM beschäftigst, dann weißt du, dass Kochen viele Vorteile hat.

 

Kochen unterstützt die Organe Lunge, Milz und Nieren bei ihrer Zusammenarbeit.

 

Und diese Zusammenarbeit ist auch im Hinblick auf das Immunsystem von größter Bedeutung.

 

Es heißt in der westlichen Medizin, dass eine Allergie eine überschießende Reaktion des Immunsystems auf einen eigentlich harmlosen Fremdstoff ist. In der TCM heißt es, dass ein Allergen, also der Fremdstoff, gegen den sich die Abwehrreaktion richtet, eine Windansammlung ist. Auch hier ist eine Fehlfunktion des Abwehrsystems die Ursache. 

 

Wie du dein Abwehrsystem unterstützen kannst.

 

Ich habe in meinem Garten eine wunderschöne Birke.

 

Wenn ich mal kurz in unser Gartenhäuschen gehe, und dabei zufällig einen der herunterhängenden Äste streife, dann ist mein T-Shirt ganz gelb.

 

Genauso wie der Tisch unter der Birke und auch die Couch daneben.

 

Dank des trockenen und sonnigen Frühlings ändert sich das auch nicht, sondern die gelbe Decke wird Tag für Tag dicker.

 

Ich bin glücklicherweise nicht allergisch auf Birkenpollen, aber von meiner Kollegin aus der Akkupunktur-Praxis weiß ich, dass im Moment sehr viele Menschen massiv unter den Symptomen leiden. 

 

Gute Gewohnheiten

 

Vielleicht ist es dir gar nicht bewusst, dass es die kleinen Gewohnheiten sind, die über die Zeit einen großen Einfluss auf dein Wohlbefinden haben.

 

Um das zu verstehen, erkläre ich dir, wie aus Sicht der TCM das Abwehr-Qi entsteht.

 

Seine Bildung hängt von der reibungslosen Zusammenarbeit von drei Funktionskreisen ab.

 

Die Aufgabe „Abwehr“ teilen sich die Funktionskreise Lunge, Milz und Nieren. 

 

Mehr darüber kannst du hier lesen….

 

Die Lunge

Die Lunge schützt mit ihren Schleimhäuten und über die Haut den Körper vor dem Eindringen von äußeren krankmachenden Faktoren.

  • Vor allen Dingen das lange Sitzen in der gleichen leicht vorgebeugten Haltung vor dem PC, dem Fernseher oder über einem Buch, beeinträchtigt die Atmung und damit das Lungen-Qi.
  • Milchprodukte, Zucker, Rohkost und kaltes Essen bilden Schleim und behindern ebenfalls das Lungen-Qi.
  • Traurigkeit und Kummer schwächen das Lungen-Qi.

Merke: Die Gesundheit der Lunge wird durch die Psyche und Bewegung stark beeinflusst.

 

Die Milz

Der Griff zu den Süßigkeiten neben dem Computer schadet darüber hinaus aber auch unserer Milz. Verschlackt diese durch schlechte Ernährungsgewohnheiten, kann sie nicht mehr genügend Qi bilden. Doch zusammen mit dem Lungen-Qi bildet sie das Abwehr-Qi, unser Immunsystem.

 

  • Die Milz verschleimt durch übermäßiges Essen, zu viele Milchprodukte, Bananen und Südfrüchte, aber auch durch Rohkost, Fast Food und Zucker.
  • Grübeln und Sorgen, übermäßige mentale Arbeit, aber auch intensives und übermäßiges Lernen machen sie schwer. 

Die Nieren

Angst und Schock gehen uns an die Nieren, ebenso wie Stress.

  • Arbeiten die Nieren nicht richtig, dann liefern sie nicht das nötige Feuer, um die Milz bei der Verdauung zu unterstützten und sie verschlackt noch mehr.

Wie die Verdauung aus Sicht der TCM funktioniert, und wie Lunge, Milz und Nieren dabei zusammenarbeiten, kannst du hier nachlesen…

 

Wenn du jetzt auch gerade bedingt durch die Corona-Pandemie im Homeoffice arbeitest, oder Zuhause deine Zeit absitzt, dann ist es mit Sicherheit hilfreich, ein paar neue kleine Gewohnheiten in deinen neuen Alltag einzubauen, denn mir ist dank meines Handys und der Schrittzähler-App schon recht früh aufgefallen: Ich bewege mich viel weniger. Und dass, obwohl ich durch Hund und Pferd viel Zeit an der frischen Luft verbringe.

 

Aber ganz klar: Ich sitze viel mehr Stunden am PC, habe keinen Arbeitsweg, renne dort keine Treppen rauf und runter, ich fahre niemanden besuchen und meine Erledigungen haben sich auch auf einmal in der Woche einkaufen reduziert.

 

Hinzu kommen Ärger, Sorgen und Ängste, die der momentanen Situation geschuldet sind.

 

Außerdem esse ich in Relation dazu, dass ich mich weniger bewege, eher mehr. Und aus meinem Freundeskreis weiß ich, dass viele fürchten, über diese Zeit zuzunehmen, denn der Griff zum Essen vertreibt auch so manches Mal Langeweile oder Frust.

 

Geht dir das auch so?

 

Aber auch wenn nicht, mit den folgenden Gewohnheiten, so klein sie auch scheinen mögen, kannst du sehr viel für dein Wohlbefinden tun, auch auf lange Sicht.

  1. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt ganz bewusst darauf zu achten, sich ausreichend zu bewegen. Am besten an der frischen Luft.
  2. Ein paar Übungen, die den Oberkörper dehnen und aktivieren sind ebenfalls sehr hilfreich.
  3. Immer wieder mal die Sitzpositionen zu ändern, oder Übungen zu machen, die alle Muskeln lockern.
  4. Immer wieder bewusst gut und tief durchatmen.
  5. Regelmäßige Mahlzeiten und das „Zwischendurch“ nicht übertreiben.
  6. Mahlzeiten in einer ruhigen Atmosphäre einnehmen und sich danach ein paar Minuten Ruhe gönnen.
  7. Gekochte Mahlzeiten mit frischen Lebensmitteln.
  8. Wenig Fertiggerichte oder Fast Food.

Und das gilt nicht nur für Allergiker ;) 

 

 

Worauf reagierst du?

Und noch wichtiger: Wie gehst du in deinem Alltag mit deiner Allergie um?

Wie kann ich dich unterstützen? Artikel, die tiefer einsteigen?

Hinterlasse mir gerne einen Kommentar.

 

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