Die Elemente und ihre Funktionskreise

 

Die 5 Elemente agieren im Menschen als Funktionskreise. Diese Funktionskreise beinhalten sowohl geistig-spirituelle Aspekte als auch Körper- und Organstrukturen. 

 

Die Organe kommen immer paarweise vor. Sie werden immer jeweils einem Element zugeordnet. 

 

Jedes dieser Organpaare beinhaltet ein Yin-Organ und ein Yang-Organ.

 

Yin-Organe habe die Aufgabe Substanzen zu speichern. Substanzen sind Qi, Blut, Säfte aber auch das Bewusstsein. Die Yang-Organe sind für Bewegung, Umwandlung und Schutz zuständig. 

 

Da die Speicherfunktionen der Yin-Organe sehr wichtig sind, beschreibe ich sie etwas ausführlicher, als die Yang-Organe. 

 

Krankheitsursachen

 

Krankheit entsteht aus Sicht der TCM, wenn Yin und Yang und die 5 Elemente die Balance verlieren. 

 

Dadurch entsteht ein Zustand, indem Qi, Blut und Säfte und die Essenz nicht mehr richtig wirken können. Sie werden blockiert und stagnieren oder sie werden unzureichend produziert. 

 

Als Konsequenz daraus können sich keine Abwehrkräfte bilden oder eben nicht im nötigen Ausmaß. Ist die Krankheitsursache also stärker als das eigene Abwehrsystem, wird der Mensch krank. 

 

Es gibt innere, äußere und sonstige Krankheitsursachen. 

 

  1. Wind, Hitze (z.B. im Sommer), Feuchtigkeit, Trockenheit und Kälte können als äußere klimatische Faktoren in den Körper eindringen. 
  2. Starke Emotionen wie Grübeln, sich Sorgen, übermäßige Freude bis hin zur Begierde, Wut, Trauer, Ärger aber auch Angst und Schock gelten als Krankheitsursache, die von innen kommt. 
  3. Darüber hinaus gibt es noch Ursachen wie z.B. eine schlechte Ernährung, Stress und Druck, Unfälle und Verletzungen, schädliche Umwelteinflüsse und natürlich auch eine schwache Konstitution, um nur ein paar Beispiele zu nennen. 

 

Oftmals lassen die Beschwerden einen Rückschluss auf die eingedrungene Krankheitsursache zu. Wind verursacht wechselnde Beschwerden. Sie treten an immer wieder anderen Stellen im Körper auf, zeigen sich heute durch Schmerzen an der einen Stelle und am nächsten Tag an einer anderen. Frei nach dem Motto: "Irgendwas tut immer weh!"

 

Wenn du empfindlich auf Durchzug und Wind reagierst, dann kann das also ein Hinweis sein. 

 

Hitze und Feuer sorgen für Hitzegefühle und Rötungen. Auch ein schneller Puls und Herzrasen deuten auf Hitze hin. 

 

Feuchtigkeit dagegen macht schwer und matt. Hast du dich schon einmal so schwer "wie ein nasser Sack" gefühlt? Schwellungen und Schleimproblematiken sind ebenfalls Anzeichen für Feuchtigkeit. 

 

Eine trockene Kehle und überhaupt trockene Schleimhäute, trockene Haut und Hitzegefühle entstehen durch Trockenheit. Kälte verursacht eine blasse Haut und ständiges Frieren. 

 

Jedes der Elemente hat eine Affinität zu den krankmachenden äußeren klimatischen Faktoren. 

 

Dem Holz wird der Wind zugeordnet. Hitze dem Herzen, Feuchtigkeit der Erde, Trockenheit dem Metall und Kälte dem Wasser-Element. 

 

Die Leber als Yin-Organ des Holz-Elements

Die Leber hält den freien Fluss des Qi aufrecht. 

Das Qi zirkuliert eigentlich ständig durch unseren Körper und versorgt auf diese Weise alle Organe und Körperteile mit der Kraft um sich zu bewegen, sich zu wärmen und zu schützen.

 

Vereinfacht ist Qi also unsere Lebensenergie.

 

Außerdem bewegt das Qi nicht nur sich selbst, sondern auch das Blut und die Körperflüssigkeiten, ebenso wie die Nahrungsmittel und Getränke sowie die Ausscheidungen.

 

Ohne die bewegende Kraft des Qi würde alles im Körper stillstehen.

 

Du kannst dir also vorstellen, welche zentrale Aufgabe die Leber, als „Befehlshaber“ über das Qi, an dieser Stelle hat. 

 

Das Qi muss immer frei und ungehindert fließen können. Wenn diese Funktion der Leber dauerhaft geschädigt ist, dann nennt man das in der TCM eine Leber-Qi-Stagnation.

  

Funktionen der Leber.

  • Die Leber kontrolliert den freien Fluss des Qi.
  • Zur Leber gehören die Muskeln, Sehnen und Bänder.
  • Die Leber speichert das Blut. 

         Es heißt bei körperlicher Ruhe fließt das Blut in die Leber zurück. Ein kleiner Mittagsschlaf hat also durchaus                   eine positive Wirkung auf die Leber. 

  • Die Finger- und Fußnägel gelten als Verlängerung der Sehnen und Muskeln. 
  • Die Leber öffnet sich in den Augen. 
  • Die Tränen sind eine Leber-Flüssigkeit. 

Welche Klimafaktoren schädigen die Leber am häufigsten?

Der Wind hat einen großen Bezug zum Holz-Element und kann die Leber beunruhigen.

 

Die Emotion der Leber.

 

Die Emotion der Leber ist die Wut. 

 

Wut lässt das Qi aufsteigen und Wut kann die Leber überhitzen. 

 

Umgekehrt bedeutet es, dass  eine erhitzte Leber wütend macht. 

 

Die Leber beherbergt die Seele Hun. Diese Seele möchte sich entfalten und sie wünscht sich, ihre persönlichen Ziele zu erreichen. 

 

Ist dies nicht möglich, aus welchem Grund auch immer, entsteht Zorn. Und Frustration. 

 

Emotionen wie Wut und Ärger, aber natürlich auch andere, führen als extreme Emotionen zu Hitzeproblemen und damit zu Stauungen.  Dann kann die Lebensenergie, das Qi, nicht mehr richtig fließen.

 

Die Galle als Yang-Organ des Holz-Elements

 

Die Gallenblase ist das ausführende Organ der Leber. 

 

Es heißt in den alten Schriften, dass die Gallenblase der Beamte ist, der Entscheidungen fällt. 

 

Ist die Gallenblase schwach, dann fällt es dem Menschen schwer, sich zu entscheiden, er verliert den Mut und ist schnell frustriert. 

 

Auf körperlicher Ebene speichert die Gallenblase die Gallenflüssigkeit und gibt dieser zur Unterstützung der Verdauung ab.